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Sibirien: Unvergessliche BegegnungenSibirien: Unvergessliche Begegnungen

Zwei Monate schlug er sich durch die Eiswüsten Sibiriens, brachte über 14 000 km durch schwierigstes Gelände hinter sich – und traf im Niemandsland doch auf Menschen. Begegnungen, die er nie vergessen wird. Hier drei Beispiele.

Wir besuchen 22 Ansiedlungen im Nirgendwo, erleben, dass sich über 40 Leute Jesus Christus zuwenden und gründen drei neue christliche Gemeinden.

Besucht: Eine treue 91-Jährige
In Bodaibo besuche ich Clara. Mit ihren 91 Jahren kann sie nicht mehr zu den Versammlungen kommen. Sie strahlt Begeisterung aus, trotz eines langen und harten Lebens. Während zahlreicher Jahre schmachtete sie wegen ihres Glaubens im Gefängnis – und ist treu geblieben. Sie öffnet ihr Fotoalbum, worauf mich ein Bild anspringt, auf dem meine Frau Lilli zu sehen ist. Ich weise sie darauf hin, und das löst bei Clara erneut Freudentränen aus. Wir beten zusammen und nehmen Abschied. In dieser Welt werden wir uns wohl kaum mehr begegnen. Vergessen aber werde ich diese eindrückliche Frau bestimmt nicht.

Ersehnt: Eine Bibel
Überall wo wir mit unseren gigantischen Kolossen auf Rädern auftauchen, erregen wir Aufmerksamkeit. In einem Dorf auf dem Weg nach Tofalarien kommt ein Mann auf uns zu. Er betrachtet unsere Fahrzeuge, identifiziert uns anhand der Aufschriften als Christen und fragt, ob wir eine Bibel für ihn hätten. Schon so lange habe er sich eine gewünscht, es aber nie geschafft, das nötigte Geld aufzubringen. Wir schenken ihm eine Bibel. Er drückt sie an sich und bedankt sich unter Tränen wieder und wieder. Wir gehen essen und treffen ihn beim Zurückkommen erneut: Er hockt da in der Kälte – und liest freudestrahlend in seiner Bibel!

Erfleht: Ein Besuch
Auch in Perewos stehen die Leute staunend um unsere Fahrzeuge herum. Mit dreien von ihnen komme ich ins Gespräch. Sie sind tief beeindruckt, dass uns unser Gott offenbar so wichtig ist, dass wir in die eisige Abgeschiedenheit der sibirischen Tundra fahren, um den Bewohnern von ihm zu erzählen. Sie bitten uns minutenlang eindringlich, doch auch ihr Dorf aufzusuchen. Sie würden uns alles – Unterkunft, Verpflegung, Versammlungsmöglichkeit – zur Verfügung stellen. Schweren Herzens muss ich ihre Bitte für dieses Mal abschlagen. Doch ich verspreche, wenn Gott es will und wir noch leben, im nächsten Jahr auch sie zu besuchen.

So viele Menschen warten darauf, die gute Nachricht zu hören. Ich kann nicht anders: Ich muss alles unternehmen, um sie ihnen zu bringen.