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griechenland gestrandetGriechenland: Wenn die letzte Hoffnung stirbt

Hoffnungslos, verloren, ohne Zukunft. Diese Gefühle sind tägliches Brot vieler in Griechenland gestrandeter Flüchtlinge. Auch Mohammed sass fest.

Seine Gebete an Allah blieben unbeantwortet, für ihn fühlten sich die täglichen religiösen Rituale wir Gespräche mit einer Wand an. Keine Reaktion, keine Antwort, nur Schweigen.

Der 32-Jährige hatte den Iran verlassen, um den gesellschaftlichen und familiären Problemen in seiner Heimat zu entfliehen. Die Flucht nach Europa sollte ein Ausweg aus der Hoffnungslosigkeit sein – doch Mohammed strandete in Griechenland in einem schäbigen Zeltdorf. Seine Träume für eine bessere Zukunft zerplatzten wie Seifenblasen. Übrig blieb die Sehnsucht, irgendwann einmal sein Zelt verlassen und ein normales Leben beginnen zu können. Eine Hoffnung, die unerfüllbar scheint, bedenkt man an die Situation vieler Flüchtlinge.

Ein lebensverändernder Besuch
Letztes Jahr haben wir Mohammeds Flüchtlingscamp auf einer griechischen Insel besucht. Die Sache mit Jesus interessierte ihn. Gemeinsam mit einigen anderen entschied er sich, sein Herz Jesus zu geben. Er fasste neue Hoffnung in einen Gott, den er vorher nicht kannte.

Doch dann erreicht ihn die traurige Nachricht vom Tod seiner Mutter. Er will zurück in seine Heimat, um sich von seiner Mutter zu verabschieden. Der Traum, in Europa ein neues Leben anzufangen, wäre dadurch sicherlich ein für alle Mal gescheitert. „Oh Jesus“, betet er, „bitte hilf mir in dieser verzweifelten Situation!“

Zurück in den Iran?
Mohammed wagt den Schritt und bittet das Flüchtlingsbüro um eine Rücksendung in den Iran. Eine halbe Stunde später wird er ins Büro gebeten, um die Papiere zu unterschreiben. Zu seiner Überraschung werden ihm keine Ausreisedokumente vorgelegt, sondern eine Aufenthaltsgenehmigung für Griechenland! Er ist schockiert. Mit der Entscheidung, wieder in den Iran zurückzukehren, war jede Chance verschwunden, je wieder nach Griechenland reisen zu dürfen, oder gar eine Aufenthaltsgenehmigung inklusive Arbeitserlaubnis zu bekommen.

„Oft habe ich gehört, dass Gott eine Zukunft und einen Plan für mich hat“, erzählt Mohammed. „Jetzt sehe ich ein Licht im Tunnel. Der Heilige Geist ermutigt mich. Ich erlebe, dass Gott mich hört, wenn ich mit ihm spreche. Ich habe ihm mein Herz ausgeschüttet, ich war so traurig. Und Jesus hat mich gehört! Ich bin so glücklich!“