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mali kw29Bangladesch: Das Dorf im Tal

Boli Para. Das Mru-Dorf liegt hoffnungslos abseits der Zivilisation in einem Tal der Bandarban-Hügel in Bangladesch. Doch nicht abseits von Gottes Möglichkeiten.

Unberührt von Zivilisation
Boli Para zu besuchen braucht Zeit und, in Ermangelung von Flügeln, eine gute Kondition zu Fuß.Die Mru sind einer der elf Stämme, die in den Chittagong Hills leben. Die gegen 25 000 Stammesangehörigen hausen in Bambushütten in kleinen, in den Wäldern verstreuten Ansiedlungen. Das Mannsvolk betreibt Ackerbau und Viehzucht. Die Frauen erfüllen im Multitasking-Modus – halbwegs textilfrei – ihre Haushaltspflichten. Umschwärmt von schmutzstarrenden, jedoch nicht minder strahlenden Kindern. Elektrizität gibt’s hier keine und fließendes Wasser findet sich nur im trüben Fluss.

Die Mru leben isoliert. Bildung ist ein Fremdwort. Ihre Vorstellung von Gott ist verschwommen, abgeleitet aus einem Mix des traditionellen Volksbuddhismus und Animismus. In den 1980er Jahren brütete ein Mru die indigene Krama-Religion aus, deren Rituale von vielen seiner Volksgenossen übernommen wurden. Es erstaunt, wie unberührt die Mru noch immer von der modernen Zivilisation samt deren manchmal zweifelhaften Segnungen sind.

Berührt von Gott
Gott jedoch lässt es sich nicht nehmen, diesen Stamm zu berühren. Der Dorfvorsteher von Boli Para kommt mit einer von der Presbyterianischen Kirche in Bangladesch geführten Bergschule in Kontakt. Er ist von den Kindern beeindruckt, von ihrer Sauberkeit, dass sie lesen und schreiben können und eine Hoffnung ausstrahlen, die ihm bisher fremd gewesen ist. Und er erfährt einiges über den Verursacher: Jesus Christus. Der Dorfvorsteher ist begeistert, wünscht sich dasselbe für sein Dorf und erlaubt, dass dieses von einem Lehrer »heimgesucht« wird.

So siedelt der damals 28-jährige Rokhum 2010 nach Boli Para über. Er ist Missionar des Stammes der Bawm und absolvierte ein Trainingsprogramm unseres Partners Ethnos Asia, das von AVC unterstützt wird. Obwohl selbst Angehöriger eines rückständigen Stammes, fällt es Rokhum anfänglich schwer, sich mit den Zuständen bei den Mru anzufreunden. Doch allmählich gelingt es ihm, und er gewinnt ihr Vertrauen. Die Mru spüren, dass ihm viel an ihnen liegt.

Rokhum beginnt, die Kinder zu unterrichten. Und schon bald nehmen deren Familien erstaunt wahr, wie sich ihre Kids positiv verändern. Sie sind plötzlich ungewohnt dankbar, gehorsam, ordentlich. Ältere Dorfbewohner steigen in den Alphabetisierungskurs für Erwachsene ein, den Rokhum drei Mal pro Woche durchführt.

Die Dorfbewohner öffnen sich für die gute Nachricht von Jesus Christus. Heute, nur ein paar Jahre später, sind drei Viertel der 140 Dorfbewohner Christen. In Boli Para ist eine sprühende Gemeinde entstanden. Die jungen Leute gehen im Glauben vorwärts und werden teils zu Leitern ausgebildet. Gott hat sich aufgemacht, die ganze Region umzukrempeln.

Zugegeben: Es bleibt noch viel zu tun wie die Aufbesserung der hygienischen Zustände, der Gesundheitsversorgung und anderes mehr. Doch das Wichtigste ist geschafft – die Veränderung der Herzen.