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Sudan: Neuanfang nach Scherbenhaufen

Sudan: Neuangang nach Scherbenhaufen

2013 im Sudan: Quasi über Nacht wird das Schulprojekt in Khartum brutal zerschlagen und zum Scherbenhaufen.

Die Mitarbeitenden werden direkt, bzw. nach dem Umweg über die Folterkammer des Gefängnisses der Staatssicherheit aus dem Land geworfenUnser Projekt störte den Islamisierungskurs der damaligen Regierung des Sudan. Was uns blieb war nur, die Baugrube des Schulneubaus aufzufüllen, die zugesagten Fördergelder zurückzugeben – und zu beten.

Verrammelte Türen

Der Sudan blieb für uns als Projektland erst einmal verschlossen. Doch unsere Mitarbeitenden – mittlerweile im Südsudan angesiedelt –resignierten nicht, sondern wagten hier einen Neuanfang. Die Arbeit wächst dynamisch: In verschiedenen Schulen, die wir zusammen mit unserem Partner gegründet haben, pauken Tausende von Kindern das Abc. Hunderte von Leitern sind trainiert und Gemeinden in ähnlicher Größenordnung gegründet worden. Eine nicht mehr überschaubare Zahl von Menschen ist zum Glauben an Jesus Christus gekommen – im Südsudan und jenseits der Landesgrenzen.

Undercover-Neustart 
Der Neustart in Khartum verlief wesentlich bescheidener – und geheimer. Mariam , einer ehemaligen Lehrerin unserer Schule, liegen die Kinder besonders am Herzen. Sie sagt: »Ich habe mich mit der Zerschlagung des Schulprojekts nicht abfinden können. Deshalb habe ich kurz danach begonnen, Kinder meiner Nachbarschaft zu sammeln, sie zu unterrichten und ihnen Dinge aus der Bibel beizubringen. Die muslimischen Kinder hätten sonst keine Chance, eine Schule zu besuchen und erst recht nicht, von dem Gott der Liebe zu hören.«

Natürlich wird viel gespielt. Und da Spielen und Lernen zwangsläufig zu knurrenden Mägen führt, hat Mariam begonnen, auch für Essen zu sorgen. Neben ihren drei eigenen Kindern hat Mariam zunächst 200 weitere Kinder in ihrer Obhut. Zwecks Linderung der dramatischen Platznot mietet sie einen Raum in der Nachbarschaft. Projektgelder in den Sudan zu schleusen ist zwar nicht einfach, aber auch dafür finden sich immer neue Wege.

Helden unterstützen
Seit 2019 erlebt der Sudan eine politische Klimaerwärmung. Das erleichtert die Arbeit mit den Kindern und sorgt für neue Wachstumsschübe. Mittlerweile kümmert sich Mariam bereits um 400 Kids. Ob ihre Initiative je wieder zu einer »richtigen« Schule werden kann, ist ungewiss. Mariam träumt jedenfalls davon und meint: »Ich glaube fest daran, dass Gott weitere Türen öffnen wird. Diese Kinder sollen eine Zukunft haben.« Ohne den starken Glauben dieser Frau wäre es beim Scherbenhaufen von Khartum geblieben. Mariam ist eine unserer Heldinnen. Partner wie sie schaffen in zahlreichen Ländern unter hohem Einsatz großartige Veränderungen. Sie verdienen unsere Unterstützung – indem wir für sie beten und unser Geld auf Einsatz schicken.

* Name aus Sicherheitsgründen geändert