September 07 2022

Gestrandet am Tor Europas

GRIECHENLAND
Unzählige Flüchtlinge aus Afghanistan und dem Iran stranden in Griechenland. Viele von ihnen befinden sich in schwierigen Situationen und suchen neue Hoffnung.

Unsere Partner vor Ort kümmern sich praktisch um sie und bieten darüber hinaus Freizeitprogramme für Kids und Trainings für Erwachsene an. Kürzlich haben uns einige Teilnehmer dieses Projekts von AVC Österreich ermutigende Berichte ihrer geistlichen Arbeit zukommen lassen.

Der 9-jährige Amir und seine Familie gehören einer christlichen Gemeinde in Athen an. Auf der Flucht ist die Familie bereits in zwei Ländern gestrandet. Kürzlich hat sich Amirs Vater ohne Vorwarnung nach England abgesetzt. Seine Mutter leidet an Depressionen und muss sich auch um Amirs jüngeren autistischen Bruder kümmern. Man kann sich vorstellen, wie instabil Amirs Leben ist und warum Amir das schwierigste Kind in der Sonntagsschule war. Diesen Sommer allerdings veränderte sich sein Herz, als er zwei Wochen lang an unseren Kinderprogrammen teilnahm. Er stellte Fragen zum Leben, wollte wissen, wie man Vergebung erlangen kann. Schliesslich meinte er sogar: »Wenn ich gross bin, will ich Sonntagsschullehrer werden.« Wir sind sehr dankbar, beobachten zu dürfen, wie Stabilität und Zuversicht in Amirs Leben kommen.

Murad ist seit zwei Jahren Christ und lebt in Athen. Er ist Angehöriger der Baluchi, einer unerreichten Volksgruppe im Süd-Iran. Murad war sehr zurückhaltend: »Wenn ich im Iran wäre und meiner Familie erzählen würde, dass ich Christ bin, würden sie mich umbringen!« Vor kurzem hat er es doch gewagt, seinen Glauben mit ihnen zu teilen, worauf er beschimpft und verurteilt wurde. Murad bittet uns, für ihn zu beten. Es schmerzt ihn, dass sein christlicher Glaube ihn von seiner Familie trennt.

Fatima hat an einem unserer Kurse teilgenommen. Beim Thema Vergebung musste sie an ihren Stiefbruder denken. Vor einigen Jahren hatte er sie im Zorn beinahe umgebracht. Selbst die Polizei blieb diese aus Angst vor dem einflussreichen Stiefbruder untätig. Stattdessen zwangen die Beamte Fatima unter Androhung einer Strafe, den Vorfall fallen zu lassen. Viele Jahre war sie verärgert über ihren Bruder und die Regierung. Doch während des Trainings konnte sie ihrem Bruder unter Tränen vergeben und ihm einen Brief schreiben. Jetzt betet sie sogar für ihn.



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