
Heimliche Taufen trotz Lebensgefahr
Das Gemeindegebäude sieht aus wie jedes andere Haus in der Nachbarschaft. Genau das ist beabsichtigt. In der streng muslimisch geprägten Republik Tschetschenien bestimmen neben dem staatlichen Recht vielerorts auch die Scharia und das traditionelle Gewohnheitsrecht Adat das gesellschaftliche Leben. Wer sich zu Jesus bekennt und den Islam verlässt, riskiert sein Leben.
Trotzdem vertrauen inzwischen muslimische Eltern dem örtlichen Pastor ihre Kinder für Freizeiten und Kinderlager an. Dieses Vertrauen ist über Jahre gewachsen – in einer Gesellschaft, in der Misstrauen beinahe zum Überlebensprinzip gehört. Seit 2024 haben sich mindestens vier Menschen taufen lassen. Sie besuchen Gottesdienste und Bibelkurse und treffen sich in Hauskreisen.
Besonders schwer haben es viele Frauen in der Region. Die Praxis sogenannter «vorübergehender Ehen» lässt manche von ihnen allein und ohne Versorgung zurück. Oft dürfen sie danach nicht erneut heiraten. Hier setzt die von AVC unterstützte Christliche Gesellschaft der Barmherzigkeit an. Zu Ostern brachten Mitarbeitende den Frauen Lebensmittelpakete mit Öl, Mehl und Getreide – und legten jedem Paket ein Evangelium bei. Eine Mitarbeiterin erzählt, wie ihr eine Frau unter Tränen ihre Geschichte anvertraute und im gemeinsamen Gebet Jesus Christus in ihr Leben aufnahm.
Ob im Kinderlager im Gemeindehaus oder an der Haustür einer alleinstehenden Frau: Die Mitarbeitenden vor Ort wollen Jesus Christus bekannt machen. AVC begleitet sie dabei – still und beharrlich, so wie auch die Gemeinde wächst.



