01. Oktober 2026

Rinder gegen die Armut

TOGO
Der Moba-Stamm in Togo gehört zu den ärmsten Volksgruppen des Landes. Mit Unterstützung von AVC setzt ein junger Evangelist auf Rinderzucht, um den Menschen eine Perspektive zu eröffnen.

Daniel kennt die Armut seines Volkes aus eigener Erfahrung. Er wuchs im Siedlungsgebiet der Mobas auf. Als er fünf Jahre alt war, starb sein Vater. Seine Mutter konnte die Familie nicht allein ernähren und gab ihn in die Obhut seines Onkels. Doch auch dieser war finanziell überfordert. Schliesslich kam Daniel in ein Kinderheim nach Notsès. Erneut begann für ihn ein völlig neuer Lebensabschnitt.

Frühe Verantwortung
Im Heim durfte Daniel die Schule besuchen – solange das Schulgeld bezahlt werden konnte. Weil das Geld oft fehlte, suchte er schon als Jugendlicher nach Möglichkeiten, selbst zum Lebensunterhalt beizutragen. Sein Ziehvater erinnert sich: «Daniel wartete nicht darauf, dass andere seine Probleme lösten. Schon früh übernahm er Verantwortung für seine Zukunft.» Bereits als Teenager spürte Daniel die Berufung in den pastoralen Dienst. Nach seiner Ausbildung kehrte er in seine Heimat zurück und begann, das Evangelium unter den Mobas weiterzugeben. Viele Menschen fanden zum Glauben. Manche berichteten sogar von Heilungen, nachdem Daniel für sie gebetet hatte – selbst am Telefon.

Hilfe zur Selbsthilfe
Innerhalb von weniger als zehn Jahren entstanden durch seinen Dienst 14 Gemeinden. Doch die jungen Gemeinden sind selbst arm und können ihren Pastor kaum unterstützen. Deshalb suchte Daniel erneut nach einem Weg, Verantwortung zu übernehmen.

Mit Unterstützung von AVC kaufte er sechs junge Rinder. Sie sollen eine kleine Herde bilden und so langfristig ein Einkommen ermöglichen. Künftig können Tiere verkauft werden, um den Gemeindedienst mitzufinanzieren. Gleichzeitig möchte Daniel den Menschen in seinem Umfeld zeigen, wie sie sich durch Viehzucht eine eigene Existenz aufbauen können.

Daniel ist einer von sechs Pastoren in Togo, die AVC beim Aufbau einer nachhaltigen Einkommensquelle unterstützt. Neben der Rinderzucht gehören dazu unter anderem eine Maismühle, eine Bäckerei und ein Dorfladen. Weitere Projekte sind bereits geplant.



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