20. Juni 2026

«Seid ihr bereit, für Jesus zu sterben?»

PHILIPPINEN
Gottes Handschrift durften wir am Believers Gathering in Mindanao erkennen. Die muslimische Region im Süden der Philippinen ist für das Evangelium erstaunlich offen.

Jedes Jahr kommen Nachfolger von Jesus aus verschiedenen islamischen Stämmen rund um die Sulusee zusammen, um Gott zu danken und gemeinsam anzubeten, Erlebnisse auszutauschen und geistliche Weichen für die Zukunft zu stellen.

Überwältigende Liebe
Pastor Mirza* ist Hauptleiter dieser Bewegung. In der Lebensgeschichte des einstigen Muslims zeigt sich Gottes Gnade auf eindrückliche Weise: Im Gefängnis begegnet er Jesus Christus. Dies verändert sein Leben radikal. So tief wird er von göttlicher Liebe berührt, dass er nichts anderes mehr will und kann, als das Evangelium mit seiner eigenen, sehr einflussreichen Volksgruppe zu teilen. Doch bereits als junger Christ muss er mit eigenen Augen sehen, wie sein Pastor während einer Anbetungszeit erschossen wird. Doch das hält Mirza nicht zurück. Gott öffnet ihm die Tür zum Theologiestudium. Aus dem ehemaligen Häftling wird ein Pastor, der geistlich Gefangene und Belastete im Namen von Jesus in die Freiheit führt.

Zu Beginn ist die islamische Mission in Mindanao nur eine kleine Gemeinschaft von Christen mit einem grossen Herz für Muslime – und Pastor Mirza ihr Pionier. Daraus ist eine missionale Gemeindebewegung entstanden, die heute 30 Hauskirchen mit 2000 Gläubigen zählt. Sie wird getragen von MBB (Muslim Background Believers), die ihren christlichen Glauben inmitten ihres muslimischen Umfelds leben.

Entschlossene Nachfolge
Einmal im Jahr treffen sich also diese Christen aus verschiedenen Stämmen am Believers Gathering. An der jüngsten Zusammenkunft nehmen drei neue Stämme teil. Insgesamt sind nun 13 islamische Volksgruppen in ihren traditionellen Trachten vertreten. Der überregionale Anlass ist Ausdruck von Identität und Einheit in einem Kontext, der gelebte Nachfolge stark erschwert.

Ein Höhepunkt des Believers Gathering ist jeweils die Taufe. Dieses Mal besonders bewegend: 37 neue Gläubige werden in die Gewässer der Sulusee getaucht. Zuvor erklingt vor der ganzen Versammlung noch einmal sehr klar und unmissverständlich die Bedeutung der Taufe: nämlich mit Christus zu sterben und frei von Schuld zu auferstehen. Sogleich folgt die ernste Frage: «Seid ihr bereit, für Jesus zu sterben?» Die Antwort kommt laut, entschieden und ohne Zögern: «Ja, das sind wir!»

Nothilfe öffnet Herzen
Missionare aus Borneo und Mindanao treffen sich regelmässig zu Gebet und Austausch. Gemeinsam ringen sie darum, wie die Millionen von Muslimen in dieser Region mit dem Evangelium erreicht werden können. Oft zeigen die Ärmsten der Gesellschaft die grösste Offenheit für Jesus. So kam an den Küsten Borneos ein ganzer Bajau-Stamm mit mehreren Hundert Angehörigen zum Glauben, nachdem er von den Behörden vertrieben worden war. Die praktische Liebe der einheimischen Missionare öffnete die Herzen der in Bedrängnis geratenen Menschen für die Gute Nachricht.

Bibeln im Kanu
Die Philippinen bestehen aus 7641 meist muslimisch geprägten Inseln. Die Inseln der Sulusee zählen zu den am wenigsten erreichten Regionen Südostasiens, weil Piraterie, Extremismus und religiöser Druck den Zugang erschweren. Eine weitere grosse Herausforderung für einheimische Missionare ist der Transport. Um Bibeln und Jüngerschaftsmaterial in abgeschottete Inselgemeinschaften zu bringen, nutzen sie die traditionellen Jukungs (Auslegerkanus). Auf diese Weise konnten schon Hauskirchen auf Basilan, Tawi-Tawi, Sulu und Palawan gegründet werden. Hunderte Inseln warten zwar noch, doch immer mehr Bajau Laut (Seenomaden) und Suluks wenden sich Jesus Christus zu. All dies macht deutlich: Gott ist am Wirken – mitten in der islamisch geprägten Welt der Sulusee.

* Name geändert



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