26. Dezember 2025

2000 neue Nachbarn, aber keine Mutter

NIGERIA
Christen in Nigeria sehen sich massiver Vertreibung und Vernichtung ausgesetzt. Sie sind dankbar für unsere Unterstützung und bitten um Gebet. Endlich reagiert die Weltpolitik.

AVC-Partner aus Nigeria berichten von folgenden Vorfällen den letzten Monaten: Chakfem und Manja am 20. Juli: mehr als 700 Erwachsene und 860 Kinder vertrieben. Chisu-Bungha am 28. August: über 320 Familien zur Flucht gezwungen. Heipang-Barkin Ladi LGA am 15. Oktober 270 Familien verloren Angehörige, Häuser und die Ernte. AVC nutzt das Zeitfenster der medialen Aufmerksamkeit, um auch öffentlich auf das Leiden unserer Mitchristen in Nigeria hinzuweisen. Etwa die Familie von Kefas.

Unvorstellbare Gewalt
Diese lebte noch bis vor wenigen Wochen in einer heissen und staubigen Hütte auf ihrem eigenen Hof. Jedes Jahr pflanzte sie lagerfähiges Gemüse an, um sich bis zur nächsten Ernte davon zu ernähren. Aber Meldungen aus benachbarten Dörfern störten das idyllische Landleben. Immer häufiger war von Eindringlingen die Rede, die mit unvorstellbarer Gewalt gegen die christlichen Bewohnenden dieser Region vorgingen. Häuser wurden geplündert und niedergebrannt, Bauern überfallen und misshandelt, Menschen verschleppt oder getötet, teilweise fast komplette Dörfer ausgelöscht.

Kefas, seine Frau und die und fünf heranwachsenden Kinder blieben nach den warnenden Hinweisen stets auf der Hut, denn hinter jeder Hecke und jedem Felsen konnte Gefahr lauern. Doch alle Vorsichtsmassnahmen nützten nichts. Terroristen überfielen ihr Zuhause und töteten die Ehefrau und den vier Monate alten Säugling. Mit grosser Kraftanstrengung gelang es dem Vater, seine Kinder zu einem sicheren Ort, fernab von der Heimat, zu führen. Seitdem wohnt die Familie auf engem Raum mit mehr als 2000 weiteren Flüchtlingen, aber ohne das Baby und ohne die Mutter.

Kalkulierte Verknappung
»Terroristen verhindern gerade die Aussaat«, schildert unser einheimischer Partner, Pastor Dapar. »Diese Störungen sind Teil einer Strategie, Familien in den Hunger und dadurch in die Flucht zu treiben.« Sind die Dorfbewohner erst einmal weg, besetzen oder zerstören die islamistischen Eindringlinge die verlassenen Höfe. An eine Rückkehr ist nicht mehr zu denken. Frühere Selbstversorger werden abhängig von der Unterstützung von AVC und anderen Hilfsorganisationen.



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