
Mein Zuhause für Gott
Sonntagmorgen. Während des Lobpreises lässt Alina* ihren Blick durch den Raum schweifen, in dem sich ihre Gemeinde versammelt. Freude und Sorge liegen nah beieinander: So viele Menschen sind gekommen, doch mehr passen nicht hinein. Dabei ist der Auftrag, den sie von Gott empfindet, noch lange nicht erfüllt.
Nach dem Gottesdienst folgt das Übliche: alle herzlich verabschieden, aufräumen, dann schnell etwas essen. Schliesslich ist Alina bereits zu Hause! Dass sich die Gläubigen in ihren eigenen vier Wänden treffen, ist kein Problem. Im Gegenteil, dahinter steht eine feste Überzeugung: Gott möchte bei jedem Einzelnen zu Hause sein. Mit ihrem offenen Haus will sie darin ein Vorbild sein und diese Botschaft möglichst vielen Menschen weitergeben.
Bisher ist das gut gelungen. Doch inzwischen platzt das Wohnzimmer aus allen Nähten. Nach einer Zeit des Gebets sucht die Gemeindegründerin das Gespräch mit einigen Leitern. Gemeinsam fällt der Entschluss: Wir bauen ein Gemeindehaus!
Einer der Leiter hat eine Idee: Ein regelmässiger Besucher besitzt ein Stück Land. Die Antwort auf die Anfrage kommt prompt: »Es wäre mir eine Ehre, euch dieses Land zur Verfügung zu stellen.« Die Freude im Team ist riesig.
Mit diesem Rückenwind geht Alina zur örtlichen Verwaltung und beantragt, auf dem Grundstück eine Kirche bauen zu dürfen. Die Beamten sind zunächst skeptisch und stellen viele Fragen. Jede Antwort will genau abgewogen sein. Einige Zeit vergeht, dann kommt tatsächlich die Genehmigung. In Indonesien ist das alles andere als selbstverständlich: Wer eine Kirche bauen will, braucht unter anderem Unterschriften aus der Nachbarschaft und die Zustimmung mehrerer Stellen. Viele Gemeinden warten jahrelang, manche vergeblich. Für Alina ist die Zusage ein Wunder.
Der Bau soll noch in diesem Jahr fertig werden. Bis dahin bleibt das Wohnzimmer das Gotteshaus. Und auch wenn bald ein grösseres Gebäude bereitsteht, ist für Alina klar: Nicht nur ihr Zuhause, sondern ihr ganzes Leben gehört Gott.
*Name geändert



