
Kleine Kirchen, grosse Wirkung
Pastor Shu* ist vor 13 Jahren mit seiner Familie in eine Grossstadt im Südosten Chinas gezogen. Da er seither unter den Arbeitsimmigranten aus anderen Provinzen evangelisiert, sind zahlreiche Hauskirchen entstanden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer leben Jüngerschaft und bilden in ihrer Mitte immerwährend Personen in der Weitergabe des Glaubens aus. Diese gründen ihrerseits Hauskirchen. Mittlerweile gehören schon rund 100 Hauskirchen zu einem Netzwerk, das von Pastor Shu geleitet wird.
Um zu verhindern, von der Regierung entdeckt zu werden, treffen sich immer nur maximal 20 Leute. Alle sind vorbereitet und wissen, was zu tun ist: »Habt immer Fenster und Türen im Blick! Bereitet mental einen Fluchtplan vor, damit ihr wisst, wohin ihr rennen müsst, falls die Polizei kommt!«, lautet die Devise. Die Häuser und Wohnungen wechseln aus Sicherheitsgründen ab.
Pastor Shu, ein Pastor aus dem Netzwerk unseres Partners, erzählt uns vom aussergewöhnlichen Dienst von Fang*. Die ältere Frau wohnt auf dem Land und nimmt Personen bei sich auf, die aufgrund von psychischen Erkrankungen oder von dämonischen Belastungen als hoffnungslose Fälle gelten. Aktuell beherbergt sie 30 Personen. Es kommt vor, dass Familien solche Angehörige bei ihr abgeben und dann verschwinden, weil sie nichts mehr mit ihnen zu tun haben wollen. Fang betet mit den Menschen, kocht für sie, liest ihnen aus der Bibel vor. Ein, zwei Monate später sind sie geheilt und gesund. Fangs »Erfolgsquote« liegt bei 90 bis 95 %. Pastor Shu hat nun ein paar Bibelschüler zu ihr geschickt, um sie in ihrer Arbeit zu unterstützen und von ihr zu lernen.
* Namen geändert



