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Südsudan: Räuberische Soldaten und TermitenSüdsudan: Räuberische Soldaten und Termiten

Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit sind wichtige Aspekte, wenn eine Arbeit nicht auf Dauer von Spenden abhängig sein soll.

Ochsen: Diese wären eigentlich –so die Idee – ein Schlüssel, das Leben unserer Evangelisten im Südsudan unabhängige von Spenden zu machen und sie nachhaltig zu versorgen.

Plan contra Realität
Durch den Kauf von Ochsengespannen wollten wir unseren Leuten in abgelegenen Gebieten des Südsudan ermöglichen, selbständig ihren Lebensunterhalt zu generieren. Sie sollten damit ihr Feld beackern und mit den Erträgen sich und ihre Familien über die Runden bringen. Ein exzellentes Vorhaben, das allerdings teilweise mit der leidigen Wirklichkeit kollidiert.

In Bar Girindi sind die Ochsen dem Bürgerkrieg zum Opfer gefallen, von hungrigen und marodierenden Soldaten geraubt und geschlachtet worden. In Bangolo taten die wackeren Vierbeiner zwar ihr Bestes, die Felder wurden erfolgreich bestellt. Doch deren Ertrag fiel räuberischen Termiten zum Opfer.

Und als ein weiterer ernüchternder Umstand erweist sich, dass unsere Evangelisten eben Evangelisten und keine Bauern sind. Menschen zu Gott zu führen, gelingt manchen besser, als Ochsen über‘s Feld zu dirigieren. So entsprach denn der Ertrag nicht überall den kühnen Erwartungen. Der Trost bleibt: Was die Leute in diesem ersten Lehrjahran Erfahrungen gesammelt haben, wird ihnen im nächsten weiterhelfen.

Plan geht auf
In Lobone wurde das »Plansoll« erfüllt: Dort konnten Mais, Bohnen und G-Nüsse in grossen Mengen geerntet werden. Und auch in Mvolo war die Ernte durchaus zufriedenstellend.

Unsere Evangelisten sind nicht der Typus Mensch, der rasch aufgibt. Auch wir von AVC nicht. Kriegshandlungen und ägyptische Plagen sind schwer einzukalkulieren. Sie bleiben ein Unsicherheitsfaktor, dem wir uns stellen müssen. Doch den Umgang mit Ochsen und Grundlagen der Landwirtschaft zu erlernen, ist möglich.

Unsere Evangelisten packen es an. Und von Soldaten oder Termiten beraubt zu werden, ist für sie kein Grund aufzugeben.