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Nordafrika: Handwerk und mehrNordafrika: Handwerk und mehr

Kochen, Sägen, Malen, Knüpfen: für Frauen in Nordafrika mehr als Kunst und Handwerk.

Ghina*, die Ehefrau unseres Partners Pastor Malik*, hat das Ziel, Frauen zu stärken. Siebzig von ihnen besuchen jedes Jahr Ghinas Kurse. Schlummernde Begabungen treten zu Tage. Und Unternehmergeist. Manche eröffnen dann mutig eine kleine Manufaktur – mit Erfolg. So können sie das Familienbudget und ihr Selbstwertgefühl deutlich aufbessern.

Umdenken notwendig
In dieser Gesellschaft gilt die Frau traditionell als minderwertig. »Ja, wir wollen die Situation der einzelnen Frauen verbessern. Aber wir wollen auch dazu beitragen, dass sich die Mentalität verändert«, sagt Ghina. »Leider dürfen viele Frauen nach der Heirat das Haus nicht mehr selbständig verlassen. Durch unsere Kurse knüpfen sie Kontakte und nehmen am sozialen Leben teil.«

Kurs vermittelt Freundschaften
Das von AVC unterstützte Projekt funktioniert und ist ausgebaut worden. In einem kleinen Bergdorf ist ein zweites Kurszentrum entstanden. Zweimal pro Woche unternimmt Ghina die dreistündige Fahrt dorthin, um Frauen zu unterrichten und Beziehungen zu knüpfen. Dabei entstehen Freundschaften.

Umweg über Ägypten
Und genau einer solchen Freundschaft ist es zu verdanken, dass auch Sharif* Jesus kennenlernt. Sharif stammt aus besagtem kleinem Dorf in den Bergen. Der junge Mann zieht zum Studium in die Stadt, aber Corona macht ihm kurz vor dem Abschluss einen Strich durch die Rechnung. Seine Hochschule muss schliessen, und er kehrt enttäuscht heim. Frustriert vertreibt er sich die Zeit im Internet. Er startet einen Chat mit einer Frau aus Ägypten, einer Christin. Sharif löchert sie mit Fragen. Bald stellt sich heraus, dass eine gute Freundin dieser Ägypterin zu Ghinas Frauenkreis gehört. Der Kontakt führt zu einem Treffen zwischen Sharif, Malik und Ghina. Sharif stellt noch mehr Fragen, bekommt Antworten darauf und übergibt sein Leben Jesus.

Ein Sitznachbar zum Fürchten
Pastor Malik fragt Gott jeden Morgen: »Was kann ich heute für dich tun?« Eine Bibel zum Weitergeben gehört zu seiner Standardausrüstung. Bis zu 1000 Stück im Jahr bringt er unter die Leute, auch bei Begegnungen wie dieser: Fahrt in einem Sammeltaxi. Malik teilt den Rücksitz mit drei anderen Personen. Plötzlich die innere Stimme: »Erzähl deinem Sitznachbarn von mir!« Der Pastor schielt zur Seite: weisse Kleidung, Gebetskappe, langer Vollbart. Zu seiner Rechten sitzt ein Salafist, Mitglied einer ultrakonservativen Strömung des Islams! Doch Malik gehorcht Gott. Im Zeitlupentempo zieht er eine Bibel aus seiner Tasche. Da packt der Salafist seine Hand und zischt: »Wo hast du die gefunden? Das suche ich schon seit Wochen!« Schnell wechselt die Bibel ihren Besitzer.