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News KW 24 KosovoKosovo: Im Haus der Hoffnung

Die evangelische Kirche in Prishtina ist äusserst aktiv. Trotz der fortschreitenden Islamisierung des Kosovo mangelt es unseren Partnern weder an Ideen noch an Mut, diese Ideen umzusetzen. Angebote wie eine lebendige Kirche mit Treffpunkt, ein Bücherladen, eine Bibelschule und eine Musikschule für Kinder und Jugendliche verteilen sich über die Hauptstadt mit ihren 200 000 Einwohnern.

Als Näherin sofort einen Job
Unsere Partner organisieren Aktivitäten für Kinder mit Easter- und Christmas-Specials, Outdoor-Events auf dem kircheneigenen Platz, Roma-Arbeit in den Quartieren und die Unterstützung von 200 bedürftigen Familien mit Lebensmitteln, Hygieneprodukten und Gebet. Ebenso führen sie zwei Nähschulen speziell für Frauen, wo eine einjährige Ausbildung angeboten wird. Diese Schulen haben einen derart guten Ruf, dass Absolventinnen sehr schnell Arbeit in einer der vielen Schneidereien von Prishtina finden.

Dieses ganze Angebot finanzieren unsere Partner – seit 1985 angeführt von Pastor Artur Krasniqi – mit den Verkäufen ihrer fünf Second-Hand-Läden »Mozaik«. AVC beteiligt sich daran mit drei Lieferungen à 14 Tonnen pro Jahr: mit Kleidern, Schuhen, Geschirr sowie vielen weiteren Haushaltgegenständen, hauptsächlich aus Second-Hand-Läden in der Schweiz.

Eine Stadt ohne Christen
Nun wollen wir die Hilfsgüterlieferungen aber auf sechs Transporte pro Jahr aufstocken. Grund dafür ist unter anderem, dass unsere kosovarische Partnerkirche in die Stadt Kaçanik im Südosten des Landes expandiert – eine Stadt, in der es niemanden gibt, der bekanntermassen Christ ist.

Im Zentrum von Kaçanik konnten Artur und sein Team ein leerstehendes Gebäude kostenlos von der Stadt übernehmen. Das Haus wurde gründlich renoviert und am 10. Juni als »Haus der Hoffnung« eröffnet. Geplant sind Treffen für Kinder und Jugendliche, Bastelstunden, Aufgabenhilfe, Gemeinschaft, Spiel und eine Musikschule für den Instrumentalunterricht. Einzige Auflage: Es dürfen keine Gottesdienste oder Gebetstreffen abgehalten werden.

Ausweg Nummer 1: der Konzert-Truck
Doch auch hier sind unsere Leute erfinderisch: Die Musikschule besitzt einen Mini-Truck, der seitlich geöffnet werden kann, autonom mit Akku, Videobeamer, Lichtshow und Soundanlage. Getourt wird landauf landab mit den Kids, und da sind die Eltern ja auch nicht fern. So können alle von den Kurzbotschaften mit der Guten Nachricht profitieren, die nach den Konzerten aus den Lautsprechern kommen.

Ausweg Nummer 2: Das Hinterstübli
Zehn Minuten zu Fuss vom »Haus der Hoffnung« wurde ein Lokal gemietet und der sechste Second-Hand-Shop »Mozaik« eröffnet. Hinter dem rege frequentierten Laden gibt es einen Raum, der für Gebet, Seelsorge und Gespräche genutzt werden kann.