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iranIran: Flucht erfolgreich gescheitert

Sein Ziel, in Europa zu leben, hat er nicht erreicht, dafür aber etwas weit Wichtigeres gefunden.

Kenan* wächst in einer iranischen Grenzstadt auf. Drüben liegt der Irak. Der Krieg zwischen den beiden Ländern zerstört nicht nur die Häuser. Er richtet auch in den Herzen der Menschen Schaden an.

Che Guevara contra …
Den Hass auf alles Fremde hat man ihm eingetrichtert, aber reifer geworden, beginnt Kenan zu hinterfragen, was man ihm beigebracht hat; insbesondere den strengen Islam. Auf seiner Suche nach Besserem kommt Kenan mit dem Kommunismus in Berührung. Der fasziniert ihn, weil er glaubt, endlich die befreiende Wahrheit gefunden zu haben. Che Guevara wird zu seinem Idol. Kenan trifft sich nun regelmässig mit Gleichgesinnten; alles überzeugte Kommunisten wie er selbst. Dies allerdings ist im Iran verboten, und so erlebt Kenan die Enge in diesem Staat als derart bedrängend, dass er sich aufmacht auf den Weg nach Europa.

  … Jesus Christus
Auf der Balkanroute begegnet er in einem Flüchtlingscamp einem Iraner, den er für einen Schlepper hält. Dieser »Schlepper« ist Ali Dini, ein AVC-Mitarbeiter, freundlich und hilfsbereit. Immer wieder sucht er Kenan auf. Die Ausstrahlung dieses Mannes, diesen Frieden, wünscht sich Kenan auch für sich. Wie dieser aber von Jesus Christus erzählt, wird er skeptisch. Und doch geht ihm das Gehörte nicht aus dem Kopf. Eines Tages meint er zu unserem Mitarbeiter: »Jetzt bin ich im Herzen Christ und im Kopf Kommunist.« Auf welche Seite wird die Waagschale sich senken?

Geplatzter Traum – ein Segen für viele
Eines Tages setzt Kenan seine Flucht fort. Er schafft es in den Westen, aber dort platzt der Traum. Sein Asylgesuch wird abgelehnt und er in den Iran zurückgeschickt. In seiner Heimatstadt ist er wieder konfrontiert mit jener bekannten Atmosphäre des Hasses, die er kaum mehr aushält. Im Wissen um das Risiko gibt er weiter, was er unterwegs gefunden hat: den Glauben an Jesus Christus. Mit Hilfe eines AVC-Mitarbeiters besorgt er Neue Testamente, die er seinen Ex-Genossen abgibt. Das spricht sich rasch herum. Ebenso rasch steigt die Nachfrage, weil auch andere das haben wollten, was Kenan auf seiner gescheiterten und doch lohnenden Flucht gefunden hat.