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indonesien vollbremsungIndonesien: Zweifache Vollbremsung

Der Taxifahrer legte nicht nur bei Geschwindigkeit 120km/h eine Vollbremsung hin. Eine zweite der anderen Art folgt. 

Ich* halte mich auf der Insel Jawa auf, um nach dem Ausbruch des Vulkans Merapi die Hilfe von AVC und Nehemia zu koordinieren.

Mit Vollgas ins Verderben
Per Taxi lasse ich mich ins Katastrophengebiet chauffieren und will vom Fahrer wissen, ob er bei dem Unglück auch Angehörige verloren habe. Dieser nickt: »Ja, unter den Opfern sind mehrere meiner Verwandten.« Ich hake nach: »Und wenn Sie ebenfalls gestorben wären, würden Sie sich bei Gott oder in der Hölle wiederfinden?

Der Mann tritt so heftig auf die Bremse, dass ich in Ermangelung von Sicherheitsgurten beinahe vom Rücksitz nach vorn aufs Armaturenbrett geschleudert worden wäre. Abrupt bringt er das Taxi zum Stehen. Schweiss rinnt über sein Gesicht: »Ich wäre in der Hölle!« Dann bekennt er, dass er zwei Tage vor dem Vulkanausbruch seine Frau und die beiden Kinder verlassen hat und zu seiner Freundin gezogen ist. Als gläubigem Muslim droht ihm dafür die Hölle.

Steuer herumgerissen
Ich krame ein indonesisches Neues Testament aus meinem Rucksack hervor und lese ihm 1. Joh. 1,9 vor: »Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, dann erweist sich Gott als treu und gerecht. Er wird unsere Sünden vergeben und uns von allem Bösen reinigen.« Dann lege ich nach, erzähle ihm von der Vaterliebe Gottes und von Jesus Christus, der für unsere Schuld bezahlt hat. Wie ein Ertrinkender greift er nach dieser rettenden Botschaft. Gleich seinen Tränen sprudeln seine Sünden aus ihm heraus. Er bittet Gott um Vergebung und übergibt sein Leben Jesus. Und wieder weint der Mann – diesmal aus Freude. Ich sage ihm, er solle zu seiner Frau und seinen Kindern zurückfahren und sie um Verzeihung bitten, auch seine Freundin. Er verspricht, das zu tun und nimmt dankbar das Neue Testament entgegen.

Kraftstoff Bibel
Drei Monate später. Wieder bin ich am Flughafen in Yogyakarta und will soeben in ein Taxi steigen. Da stürzt ein anderer Taxifahrer herbei und verwickelt meinen Fahrer in eine Diskussion. Ich erkenne ihn, es ist derjenige, der damals diese Vollbremsung hingelegt hatte. Also setze ich mich in sein Auto und werde gleich mit der Frage bestürmt, ob ich noch weitere Bibeln habe. Er brauche sie für die ganze Familie, einschliesslich seiner Schwiegermutter. Der Mann ist begeistert: »Nach unserer letzten Begegnung bin ich sogleich nach Hause gefahren und habe meine Familie samt Schwiegermutter um Vergebung gebeten – auch meine Freundin, und ich habe ihr gesagt, dass ich zu meiner Familie zurückkehren würde. Alle haben mir verziehen!«.

Seine Familie ist jetzt immer hinter ihm her, er solle ihnen aus der Bibel vorlesen. Und alle wünschen sich, dass er ihnen eine eigene beschafft.

Unsere Nothilfe sichert physisches Überleben. Gottes Wort weitergeben bringt ewiges Leben.


*Projektleiter AVC