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thailand verstummt webThailand: Vorzeitig verstummt

Er liebte die Menschen, wollte ihnen Anteil an seinen Erfahrungen mit Gott geben. Doch jetzt wird niemand mehr die gute Nachricht von ihm hören.

Pastor Pramot Yaphalang ist Mitte Januar 2019 mit nur 59 Jahren verstorben. Seit 1982 für Jesus am Werk, gründete er mit seiner Frau Nang eine Gemeinde in der Provinz Ubon Ratchathani in Thailand. Doch dieses Engagement entsprach absolut nicht seiner ursprünglichen Natur. Wir lassen Pastor Pramot posthum zu Wort kommen.

Bedeutungsloses Leben 
»Ich bin in einer buddhistischen Familie aufgewachsen. Wie die meisten jungen Leute im Nordosten bin ich nach Bangkok gefahren, um nach Abschluss der 4. Klasse einen Job in einer Fabrik zu suchen. Ich arbeitete hart, verdiente etwas Geld, geriet aber unter dem Einfluss meiner Freunde in die Klauen der Alkoholabhängigkeit und anderer Laster. Mein Leben war stressig und fühlte sich bedeutungslos an. Für Geld tat ich alles: von Brandstiftung bis Auftragsmord.«

Letzter Mordauftrag... 
»Als mein Vater starb, ging ich nach Hause. Dort erfuhr ich, dass ein zugezogener Christ zusammen mit seiner Mutter und seiner Frau meiner Familie beigestanden hatte. Er hatte mit meinem Vater auch über seinen Glauben gesprochen und ihn in den Tod begleitet. Selbst bei der Beerdigung standen diese Christen meiner Familie zur Seite, obwohl sie weder verwandt noch Thailänder waren. Nach der Beerdigung suchte mich ein einflussreicher Mann unseres Dorfes auf und beauftragte mich – mit Zustimmung des buddhistischen Mönchs – den Christen zu ermorden. Denn der sei Kommunist und würde im Dorf Unfrieden stiften.«

...vereitelt
»Also suchten ich und einer meiner Freunde an einem Sonntag dessen Kirche auf, die Waffe unter meinem Hemd versteckt. Während ich vorgab, andächtig der Predigt zu lauschen, wartete ich den geeigneten Zeitpunkt ab, diesen Prediger niederzustrecken. Doch dann passierte etwas Seltsames: Tränen liefen mir über das Gesicht, mein Herz und meine Knie wurden weich. Als hartem Typen war mir so etwas total fremd. Plötzlich wurde meine Aufmerksamkeit echt und mit der Predigt war auch ich am Ende – und entschloss ich mich, Christ zu werden.«

Horizonterweiternde Bibelschule 
»Mein Leben wurde radikal auf den Kopf gestellt. Der ungewohnte Frieden half mir, meine Laster und Süchte zu überwinden. Ich begann, andere Menschen zu lieben und entwickelte den Wunsch, ihnen mitzuteilen, was ich mit Jesus erlebt hatte. Kurz: In mir brannte ein Feuer – besonders für junge Leute. So schulte ich von 1984–1986 jeden Sonntag gegen hundert Kids und Jugendliche. Doch ich stiess an meine Grenzen, merkte, dass ich selbst in Sachen Wissen noch zulegen musste, um andere unterrichten zu können.«

»Also besuchte ich in Khon Kaen die zweijährige Bibelschule, die von AVC mitgetragen wird. Nach einem Praktikum kehrte ich im November 1988 in meine Heimatstadt Khemarat zurück. Und dann – in Kopf und Herz weit besser ausgerüstet als zuvor – ging mein Dienst erst richtig los. Ich habe nie aufgehört, für den Herrn mein Bestes zu geben.«