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tansania webTansania: Unter den Massai

In den vergangenen Jahren sind in Tansania über 600 Gemeinden gegründet worden, teilweise durch das Mitengagement von AVC. Neben Gemeindegründungen werden auch verschiedene lokale Projekte gefördert.

Einer unserer Mitarbeiter lebt als einziger Weißer in einem Massai-Dorf im Norden Tansanias. War es vor Jahren für Weiße noch ein Risiko, das Massai-Gebiet zu betreten, sind unsere Leute dort heute herzlich willkommen. So ist zum Beispiel eine Schule aufgebaut worden, die heute knapp 600 Schülerinnen und Schüler zählt. 50 von ihnen wohnen in der Schule, weil der Schulweg für sie zu weit ist. Der zugehörige Landwirtschaftsbetrieb produziert Verpflegung für alle und schafft einige Arbeitsplätze.

Die Projekte sind jedoch auch Widerständen ausgesetzt. Unser Mitarbeiter berichtet von einem reichen Massai, der alles daransetzt, die Arbeit zu behindern. Er versucht, die Menschen im Dorf gegen unsere Leute aufzuhetzen und das Land mit Zauberpraktika zu verfluchen. Einigen Mitgliedern der Kirche hat er ihre Grundstücke weggenommen und diese an seine Freude verteilt. »Wir waren überrascht, als eines Tages jemand anfing, auf unserem Grundstück für den Missionskindergarten sein Haus zu bauen«, berichtet unser Mitarbeiter. Ihm ist klar geworden, dass der reiche Massai auch dieses Grundstück hinterrücks jemand anderem übereignet hatte. Auch die Steuerbehörde schickte er vorbei, die jedoch glücklicherweise keine Unregelmäßigkeiten feststellen konnte. Ein paar Wochen später hingegen klopfte dieselbe Behörde bei dem reichen Massai an die Tür. Sie beschlagnahmten seinen Jeep und drohten, seine Mine zu schließen, falls er seine Steuerschulden nicht bezahle ...

Technik verbindet
In der bäuerlichen Kultur der Massai sind Wetterprognosen sehr wichtig. Die Massai wissen, dass unser Mitarbeiter auf seinem Handy eine Wetter-App hat. So kommen sie während der Trockenzeit fast täglich zu ihm, um sich nach dem Wetter zu erkundigen. Vor einiger Zeit meldete sich der Dorfzauberer persönlich und erkundigte sich, ob er das »Gerät anfragen« könne. Er wollte erfahren, wann der nächste Regen kommt. »Wir waren sehr überrascht und mussten gleichzeitig schmunzeln. Wahrscheinlich geht ihm langsam der Atem aus und es fehlt ihm an Kundschaft, da seine Wettervorhersagen zu ungenau sind«, meint unser Mitarbeiter. Das Team vor Ort betet für den Zauberer, dass er Jesus findet und sich von den okkulten Machenschaften löst.