aktuell news head de
indien KW 21Indien: Lebensmittel und Sauerstoff

Die zweite Covid-19-Welle traf Delhi heftig und unerwartet. Hindu-Festivals mit Millionen von Menschen, politische Massenveranstaltungen, grosse Hochzeiten – alle hatten stattfinden dürfen. Zur nachlassenden Vorsicht kam die hochansteckende indische Mutation. Das Gesundheitssystem brach völlig zusammen. Bilder von Menschen, die auf offener Strasse um jeden Atemzug ringen, von geteilten Spitalbetten und von Masseneinäscherungen gingen um die Welt.

Kein Zufall
Pastor A., unser Partner in Indien, war selbst an Covid-19 erkrankt. Noch bevor die zweite Welle ausbrach, war er jedoch bereits wiederhergestellt. »Das ist bestimmt kein Zufall! Dafür muss Gott doch einen Grund haben!«, sagt er. Von seiner eigenen Immunität profitierend, beschloss er, dem Leiden seiner Landsleute nicht tatenlos zuzusehen.

Mangelware Sauerstoff
Wer positiv getestet war oder an Symptomen litt, durfte das Haus nicht einmal mehr zum Einkaufen verlassen. Ganze Familien mussten in ihren Wohnungen hungern. Für diese Menschen richtete unser Partner eine telefonische Corona-Helpline ein. Wer anrief, bekam Essen und Medikamente nachhause geliefert. Zudem konnte der Projektleiter auch drei Sauerstoffgeräte kaufen und Menschen mit Atemproblemen damit aushelfen. Sobald sie nicht mehr benötigt wurden, holte er die Geräte ab und brachte sie zur nächsten Person. Auch verteilten der Pastor und sein Team gekochte Mahlzeiten an insgesamt 1500 Bedürftige und arbeitslose Tagelöhner auf der Strasse.

Ein Zeitfenster für Jesus
Für den Transport von Lebensmitteln, Medikamenten und Sauerstoffapparaten wurde kurzfristig ein Auto angeschafft. "Masih Ghar" ("Das Haus des Messias"), der Name der Gemeinde, steht in grossen Lettern auf der kleinen mobilen Küche. Auch eine Website wurde aufgeschaltet. Die Regierung war froh um die Nothilfe dieser Christen. »Es öffnete sich ein Zeitfenster, um mit der sozialen Arbeit auch Jesus bekanntzumachen«, so Pastor A.

Hilfe für Pastoren und ihre Familien
Zurzeit gehen die Fallzahlen in Delhi zurück. Die Versorgung mit Medikamenten und Beatmungsgeräten ist in der Hauptstadt rückläufig, wird aber jetzt in Varansi in Utar Pradesh weitergeführt. Wegen der grossen Nachfrage in der Bevölkerung bleibt die Verteilung von gekochtem Essen in den Strassen Neu-Delhis bestehen.

Aktuell gilt die Unterstützung unseres Partners auch einigen Familien von Pastoren kleinerer Gemeinden mit 30 bis 50 Mitgliedern. Wenn es aufgrund des Lockdowns keine Versammlungen mit Opfergaben und keine Abgabe des Zehnten mehr gibt, haben diese Familien Schwierigkeiten zu überleben. Einige Gemeindeleiter sind an Corona gestorben und haben verwaiste Familien hinterlassen, die nun dringend Hilfe benötigen.

Dank von Herzen
Pastor A. und sein Team bedanken sich bei allen Spenderinnen und Spendern von AVC. »In dieser Zeit der grossen Not haben Sie uns geholfen, unsere Arbeit zu tun.«