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Syrien Klinik
Syrien Gemeindecenter

Syrien: Einzige medizinische Hilfe für Corona-Patienten – die AVC-Klinik

SPENDEN FÜR «NAHER OSTEN»

 
Bitte Verwendungszweck «COVID-19 Naher Osten» angeben.
(Stichwort «Syrien» nicht verwenden, um das Zurückweisen von Zahlungen durch die Finanzinstitute zu vermeiden.)

Es gibt keine verlässlichen Zahlen zu Corona-Infizierten aus der Region Kobane, auch weil keine Corona-Tests vorhanden sind. Anfang April hatten sie bereits 35 Corona-Tote zu beklagen und es muss aufgrund von Symptomen schon von mehreren Hundert infizierten Personen ausgegangen werden. AVC bietet seit 2016 mit einem fahrbaren «Hospitainer» und nun auch mit einer stationären und einer temporären Klinik die einzige medizinische Hilfe im Umkreis von über 100 km an.

AVC-Klinik wird zum Diagnose-Center
Die Ende 2019 in Betrieb genommene AVC-Klinik dient als sicherer Behandlungsort für die von Krieg und anderen Notständen gezeichnete Bevölkerung und für die 80'000 Kriegsflüchtlinge in und um Kobane. Den bedürftigen Menschen wird die medizinische Hilfe kostenlos angeboten. Mit dem Ausbruch des Coronavirus wurde die Klinik zusätzlich als COVID-19 Diagnose-Center eingerichtet. Die Zahl der Menschen, die medizinische Hilfe suchen, hat sich in den letzten Wochen verdreifacht.

Neues Gemeindezentrum wird zur Corona-Klinik
Auf Anfrage des «Kobane Health Departments» haben unsere Mitarbeiter (von AVC Father’s Heart) das noch im Aufbau befindende neue Gemeindezentrum kurzerhand zur Corona-Klinik für hunderte von Patienten umfunktioniert. Es eignet sich sehr gut dafür, weil es etwas ausserhalb der Stadt liegt. Innerhalb von zehn Tagen haben unsere Helden aus Eisenstangen Betten zusammengeschweisst, Matratzen aus Schaumstoffblöcken gesägt, Bettzeug genäht, was das Zeug hält und Sauerstoffflaschen neben den Betten bereitgestellt – in der Kirche. Andere Einrichtungen müssen sie einkaufen. Das neu rekrutierte, 20-köpfige Team von Ärzten und Pflegeleuten kann in diesem Gemeindelokal bis zu 50 Corona-Patienten gleichzeitig behandeln. 

Doch ist dieser medizinische Covid-19-Aufwand wirklich nötig? Ja, er ist es. Uns ist spätestens seit unseren Kontakten mit Überlebenden der Massaker im irakischen Shingal-Gebirge bewusst, dass schwersttraumatisierte Menschen bei Gefahren überreagieren können, doch Warnungen von Epidemiologen, Hunderte infizierter Kurden und einige Tote in der Region Kobane rechtfertigen den Aufwand. Und selbst wenn sich Covid-19 laut einer Studie aus Stanford als »harmlose Grippe« entpuppen sollte, haben wir zumindest das Beste gegeben, die Sorgen verängstigter und vernachlässigter Menschen ernst zunehmen.

Teil der Familie
An Ostern hat uns der syrische Halbmond (Rotes Kreuz) zwei neue Ambulanzen geschenkt! Die syrische Gesundheitsministerin, die das in die Wege geleitet hat, sagt dazu: «Wir baten grosse internationale Hilfsorganisationen um Hilfe. Niemand wollte mit einer Corona-Klinik helfen und ihr habt innert 10 Tagen eine hingestellt!» Der Dank der Behörden macht klar, dass AVC längst den Besucherstatus in Kobane hinter sich gelassen hat und (politisch neutraler) Teil der nordsyrischen Familie geworden ist. Eine Familie von vorwiegend einheimischen Kurden, wenigen Arabern und erst vor Monaten zugezogenen 80 000 Flüchtlingen. Sie haben verstanden: Unsere Motivation zu helfen hat mit dem Zusatz zu tun, den AVC hier im Namen führt »Father’s Heart« – Vaterherz (Gottes).

Kosten für die Initialeinrichtung der Corona-Klinik und die Behandlung von Corona-Patienten:
> Kalkulierte Kosten pro Patient: CHF 70.-
(Annahme: 500 Patienten in den nächsten 4 Monaten mit Pflegedauer von 10-14 Tagen)

Kurz-Film von AVC Father's Heart (in Englisch):
> Gemeindezentrum in Kobane wird zur Corona-Klinik