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Moldau Identitaetswechsel

Moldau: Identitätswechsel

Olegs bester Freund ist eine Ratte. Menschen wollen schon lange nichts mehr von ihm wissen.

Plötzlich stehen zwei Männer vor Oleg. Sie haben beim Entsorgen ihres Mülls auf der Deponie ein Husten gehört. Mitten im Müll entdecken sie den Verschlag von Oleg. Der Mann ist gezeichnet, wirkt älter als er ist. Seine Fußnägel sind von der Kälte abgefallen, er riecht nach Alkohol, seine Augen blicken hoffnungslos. Mehrere Male hatte er schon versucht, sich das Leben zu nehmen.

Ratte als bester Freund
Es gab eine Zeit, in der Oleg mit seiner Frau und den Kindern glücklich war. Ein Familienleben, das er als Kind nicht erleben durfte. Seine Eltern hatten ihn als Baby zu den Großeltern abgeschoben und verschwanden für immer aus seinem Leben. Oleg bemühte sich, ein guter Ehemann und Vater zu sein, doch das Familienleben bekam Risse. Die Schwiegermutter trieb einen Keil zwischen die Eheleute. Nach der Scheidung ertränkte Oleg seinen Schmerz in Alkohol. Er landete auf der Mülldeponie. Zuerst arbeitete und letztendlich »wohnte« er dort. Wenn er schlief, liefen Ratten über seinen Körper. Eine von ihnen wurde zum Haustier und einzigem Freund. Oleg wollte nicht mehr leben.

Ausstieg
Nun stehen die beiden Fremden vor ihm, zeigen aufrichtige Anteilnahme, fragen, wie es ihm gehe und ob sie helfen könnten. Sie bieten ihm einen Platz in unserem Rehabilitationszentrum an. Oleg ist skeptisch. Immer wieder werden Obdachlose misshandelt und umgebracht. Doch die Freundlichkeit der Männer hinterlässt bleibenden Eindruck. Bei ihrem nächsten Besuch bringen sie Lebensmittel mit. Oleg entscheidet sich, sie in das Rehabilitationszentrum zu begleiten.

Identitätswechsel
In der Reha gibt es viele mit ähnlichem Schicksal wie Oleg. Alle wollen ihrem Leben hier eine neue Richtung geben. Die Gruppe wird zu Olegs neuer Familie, gemeinsam stehen sie die Reha durch, geben sich gegenseitig Kraft. Er erlebt eine tiefgreifende Veränderung. Der christliche Glaube gibt ihm Halt und neuen Lebenssinn. Er versteht, dass Jesus ihn liebt – egal wie seine Vergangenheit aussieht.

Heute ist Oleg frei von der Alkoholsucht. Er ist Mitglied einer christlichen Gemeinde und selbst Mitarbeiter in dem Rehabilitationszentrum, das sein Leben so sehr verändert hat. Nun verhilft er anderen Menschen zu einer neuen Identität.