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NigeriaNigeria: Brutal und gnadenlos

Christen im Norden Nigerias werden weiterhin von muslimischen Extremisten niedergemetzelt – brutal und gnadenlos.

Pastor Dapar, unser Partner in Nigeria, hat uns drei erschütternde Berichte zukommen lassen.

Emmanuel:
»Wir wachten auf, als wir um Mitternacht überall um uns herum Schreie und Schüsse hörten. Sie kamen. Sie griffen uns an und töteten unsere Kinder, Frauen und Männer. Unsere Häuser und Kirchen wurden niedergebrannt. Ziel der Angriffe ist immer die Gemeinde Gottes.«

Esther:
»Ich hatte vier Kinder. Mein Mann und zwei meiner Kinder wurden von den Fulani Herdsmen getötet, als diese 2018 unsere Gemeinschaft angriffen. Ich konnte mit den beiden anderen Kindern fliehen. Es war eine schreckliche Erfahrung.«

Tabita:
»Ich verlor meinen Mann, als die islamischen Fulani-Dschihadisten unser Dorf angriffen. Ich kämpfe, um meine vier Kinder ernähren zu können. Nach dem Angriff der Fulani Herdsmen haben meine Familie und ich unsere Lebensgrundlage verloren. Wir können nachts nicht mehr schlafen. Sie schlachteten unsere jungen Leute ab – wie Tiere«

Zufluchtsort für Traumatisierte
Gashish liegt rund 50 km südlich von Jos, der Hauptstadt des nigerianischen Bundesstaates Plateau. Vor zwei Jahren war der Ort Schauplatz nächtlicher Angriffe der Fulani. Dem brutalen Massaker fielen über 180 Christen, zumeist Frauen und Kinder, zum Opfer. Häuser und Kirchen wurden niedergebrannt. Heute ist das Kirchengebäude wieder aufgebaut, und Gashish ist zu einem Zufluchtsort für Christen geworden, die in ihren Dörfern ähnliche Gräuel erlebt haben.

Von der Regierung völlig vernachlässigt, sind die Betroffenen auf Hilfe angewiesen. Sie haben bei den Angriffen nebst Angehörigen meist ihre gesamte Lebensgrundlage verloren, und Covid-19 dramatisiert die Situation noch mehr. Hilfe leistet hier vor allem die Kirche. Pastor Dapar und sein Team versorgen zurzeit um die 500 Leute mit Nahrung, Kleidung, Decken, Medizin – und betreuen sie in seelischer und geistlicher Hinsicht.

Diese Versorgung von über 500 Menschen ist eine enorme finanzielle Herausforderung. Als AVC unterstützen wir Pastor Dapar in der Soforthilfe für die kalte Jahreszeit mit Decken und Kleidung. Und wir planen auch auf Langfristigkeit angelegte Hilfe zur Selbsthilfe für die Christen. Werkzeuge und Baumaterial ermöglichen ihnen, ihre Unterkünfte wiederaufzubauen, und Farm-Equipment trägt dazu bei, wieder eigenständig für den Lebensunterhalt zu sorgen.

Esther spricht stellvertretend für andere: »Danke an AVC und Nehemia, die gekommen sind, uns zu helfen.«
Ein herzliches Dankeschön an alle, die uns helfen, unseren verfolgten Brüdern und Schwestern beizustehen.


Film mit Berichten vor Ort: NIGERIA Brutal und gnadenlos I 3.40 min