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Pakistan: Alles scheint möglich

Pakistan, die islamische Republik, hat die Werte „Einheit, Disziplin und fester Glaube“ auf ihre Fahne geschrieben. Die Realität ist eine andere: Zersplitterung, Gesetzlosigkeit, radikaler Glaube. Darunter leiden besonders die Christen.

Pakistan hat eine junge Bevölkerung, die in Koranschulen gelehrt bekommt, was offiziell nirgends festgehalten, aber doch jedem bewusst ist: Einheit bedeutet Gleichheit, und Andersdenkende sind nicht zu tolerieren. Besonders die Christen. Sie werden als unrein betrachtet, schikaniert, verfolgt. Das Gesetz richtet sich gegen sie, ebenso die Bevölkerung, die Regierung, und bei Konvertiten auch die Familie.

Wenn Christen in Pakistan Opfer von Terror und Gewalt werden – was mit trauriger Regelmässigkeit geschieht – geht dies mehrheitlich von religiösen Fanatikern wie den Taliban aus. Auch ohne direkte staatliche Verfolgung ist das Leben für Christen in Pakistan schwierig. Die ständige Überwachung ihrer Aktivitäten verschleisst Kräfte, und gesellschaftliche Diskriminierung stellt die Christen ins Abseits.

Ins Abseits gedrängt … 
Diskriminierung herrscht auch an staatlichen Ausbildungsstätten, wo für Minderheiten oft nur einer von tausend Studienplätzen reserviert ist.  Christen finden nur schwer gute Jobs. Berufe, die als niedrig und schmutzig gelten, sind offiziell Christen vorbehalten. Und auch bei der Wohnungssuche werden sie benachteiligt. In der gesellschaftlichen Hackordnung finden sie sich an unterster Stelle.

Eine ständige Bedrohung ist das Blasphemiegesetz, das kritische Äusserungen gegen den Koran oder den Propheten unter Todesstrafe stellt und leicht gegen Christen missbraucht werden kann. Blosse Unterstellungen solcher Taten können ausreichen, unliebsame Zeitgenossen aus dem Weg zu räumen. Asia Bibi, die wegen angeblicher Blasphemie acht Jahre in der Todeszelle gesessen hat, ist das bekannteste Beispiel. Zwei hochrangige Politiker, die sich für die Abschaffung des Gesetzes eingesetzt hatten, sind ermordet worden.

… aber nicht abgetaucht 
Zu konvertieren ist für einen Muslim von Gesetzes wegen nicht möglich. Auf pakistanischen Ausweisdokumenten ist die Religionszugehörigkeit vermerkt, und da gilt: einmal Muslim, immer Muslim. Aus dem Islam konvertierte Christen kann es vom Gesetz her nicht geben – und doch sind sie da. Sie versammeln sich, evangelisieren, bilden Pastoren für Gemeindegründungen aus. Sie engagieren sich sozial und beten für ihr Land. Sie geben christliche Magazine heraus, unterhalten Bibelschulen und christliche Fernsehsender. Sie wollen ihre Vision realisieren: Jeder im Land soll das Evangelium zu hören bekommen. Dafür setzt sich auch unser Partner intensiv ein, unterstützt von AVC. Die Christen in Pakistan sind nicht abgetaucht, sie engagieren sich, ihre Gesellschaft zu erreichen und zu verändern.

Wer Bilder sieht, wie sie zusammen die Bibel studieren oder Hand in Hand beten, wer die Freude und die Hoffnung auf ihren Gesichtern wahrnimmt, kommt unweigerlich zum Schluss: In diesem Land scheint alles möglich zu sein.